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Austausch der Konnektoren in Arztpraxen: Ablehnung der hohen Eigenbeteiligung und Diskussion um Alternativen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) spricht sich klar gegen die hohe Eigenbeteiligung für den Austausch bzw. Updates von Konnektoren der Telematik-Infrastruktur aus. Die gematik gerät mehr und mehr in Erklärungsnöte, weil nach Ansicht von c't-Experten eine ressourcenschonende Verlängerung der Konnektoren-Nutzung durchaus möglich wäre.

„Wie kann es sein, dass man uns Ärztinnen und Ärzten zunächst eine schlechte und veraltete digitale Infrastruktur aufzwängt und im Anschluss verlangt, dass wir uns an den Kosten für einen Austausch von Elektronikschrott beteiligen sollen…“, fragt Dr. Helmut Weinhart vom SpiFA-Vorstand in der aktuellen Pressemitteilung des Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) zu den Kosten der Telematik-Infrastruktur.

Hardwaretausch vermeidbar?

Zudem stellt sich inzwischen die Frage, inwieweit ein kompletter Austausch der Konnektoren überhaupt notwendig ist. Experten des Magazins c't- für Computer und Technik können nicht nachvollziehen, warum in deutschen Arztpraxen und Kliniken 130.000 Konnektoren ausgewechselt werden sollen, weil deren Krypto-Zertifikate nach fünf Jahren ablaufen. In einem Artikel auf heise.de legt das Magazin c't anschaulich dar, dass das Problem mit einer einfachen Verlängerung der Zertifikate und einem Wechsel der gSMC-K-Karten gelöst werden kann.

Gematik hält an ursprünglicher Strategie fest

Die Gematik rechtfertigt den teuren Konnektoren-Tausch zur Anbindung an das medizinische Datennetz wiederum in einer Stellungnahme. Sie teilt unter anderem mit, die gSMC-K -Karten auszutauschen, „ist unserer Einschätzung nach keine Lösung für den Einsatz in den Praxen, da unter anderem die Sicherheitsvorgaben verletzt werden”.

Klärung notwendig! Dies fordert auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist mit den Erklärungen der gematik nicht zufrieden, sie fordert in einer Presseinformation eine rasche Aufklärung über mögliche neue Sachverhalte und Optionen. Ebenso lehnt sie den Schiedsspruch vom Bundesschiedsamt über die zugesprochenen Erstattungen von 2300 Euro pro Praxis ab, weil die Summe nicht kostendeckend sei.

Für die Beitragszahler geht es um immerhin 400 Millionen Euro die aus dem Gesundheitsfonds entnommen werden. „Der offenbar vermeidbare Hardwaretausch entzieht dem Gesundheitssystem Geld, das nicht nur beim überlasteten Personal in den Kliniken und Praxen dringend benötigt wird“, so das Fazit der c't-Experten.

Quellen: