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Berufsverband
der Frauenärzte

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Trotz Lockdown unbedingt weiter zur Früherkennung

Auch wenn weiterhin Kontaktbeschränkungen empfohlen werden, um sich vor einer Covid-19-Infektion zu schützen, sollten Termine zur Krebsfrüherkennung – und bei Beschwerden - bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt unbedingt wahrgenommen werden.

„Die Frauenärzte in Deutschland haben festgestellt, dass die Teilnahme an der Krebsfrüherkennung in diesem Jahr deutlich zurückgegangen ist“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Es bestünde durch den Wegfall der Früherkennung das Risiko, dass Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter, der Vagina und der Schamlippen und auch Tumoren in der Brust erst in einem unnötig späten Stadium entdeckt werden. „Die regelmäßige jährliche Krebsfrüherkennung entdeckt, zum Beispiel am Gebärmutterhals, Veränderungen bevor sie zu Krebs werden. Über 90% der Frauen, bei denen heute ein Krebs des Gebärmutterhalses entdeckt wird, hatten die Vorsorge in den letzten fünf Jahren nicht oder nur unregelmäßig wahrgenommen."

In den 1960er Jahren wurde der Zellabstrich aus dem Gebärmutterhals und in den 1970er Jahren die jährliche, gesetzliche Krebsfrüherkennung für Frauen in Deutschland eingeführt. Seitdem konnte das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs erheblich gesenkt werden, von über 16.000 Neuerkrankungen im Jahr 1970(1) auf  4.400 im Jahr 2016(2). Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Frauen, die pro Jahr an diesem Krebs verstarben, von etwa 7.500 (knapp 10/100.000) auf etwa 1.500 (2,5/100.000) pro Jahr. „Krebsfrüherkennungen auszulassen gefährdet die Gesundheit“, stellt Albring fest. „Wir tun andererseits in unseren Praxen selbstverständlich alles, um unsere Patientinnen vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen.“

Im Übrigen wird sich im Jahr 2021 der Besuch bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt doppelt lohnen: Die gynäkologischen Praxen werden bei kommenden Covid-19-Impfstoffen in die Impfpläne und die Versorgung der Bevölkerung mit eingeschlossen.

Quellen:

(1) Robert-Koch-Institut. Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016.

(2) Krebsdatenbank des Robert-Koch-Instituts