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Das prämenstruelle Syndrom PMS - Die Last mit den Tagen vor den Tagen

Unter dem Begriff des prämenstruellen Syndroms (PMS) werden regelmäßig wiederkehrende Beschwerden zusammengefasst, die wenige Tage bis zwei Wochen vor dem Einsetzen der Monatsblutung einsetzen. Etwa 60% aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Erfahrungen mit unterschiedlichen Beschwerden in den Tagen vor den Tagen.

Unter dem Begriff des prämenstruellen Syndroms (PMS) werden regelmäßig wiederkehrende Beschwerden zusammengefasst, die wenige Tage bis zwei Wochen vor dem Einsetzen der Monatsblutung einsetzen. Etwa 60% aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Erfahrungen mit unterschiedlichen Beschwerden in den Tagen vor den Tagen. Zu diesen zählen:

-Reizbarkeit
-Depressive Verstimmung
-Schlafstörungen
-Wassereinlagerungen in den Beinen
-Konzentrationsstörungen
-Bauch- und Rückenschmerzen
-Brustspannen
-Kopfschmerzen

Die meisten Frauen bewältigen diese Probleme mit einer Anpassung ihres Lebensstils. Bei fünf bis acht Prozent der Frauen nehmen die Beschwerden ein so starkes Ausmaß an, dass sie bei der Berufsausübung und sozialen Kontakten massiv beeinträchtigt sind. In diesem Fall spricht man von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDD, engl. premenstrual dysphoric disorder).

Ursachen
Die Erforschung der Ursachen des prämenstruellen Syndroms hat bis heute keine einheitlichen Ergebnisse gebracht. Experten vermuten ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Zum einen ändert sich in der zweiten Zyklushälfte die hormonelle Situation:
Die Östrogenausschüttung fällt ab, und die Produktion von Progesteron nimmt zu. Zum anderen dürften Vitaminmangel, Stress und eine vererbte Veranlagung zur Entstehung des prämenstruellen Syndroms beitragen. Störungen der Schilddrüsenfunktion, Nikotinkonsum, psychische Belastung und Bewegungsmangel sind ebenfalls in der Lage, PMS zu begünstigen.
Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von PMS spielen auch die Botenstoffe im Gehirn. Studien haben gezeigt, dass die Funktion des "Glücksbotenstoffs" Serotonin bei Frauen mit PMDD in der zweiten Zyklushälfte abfällt. Wie der genaue Zusammenhang zwischen Serotonin und den auftretenden Symptomen aussieht, ist aber noch unklar.
Aufgrund der vielseitigen Gestalt und Komplexität werden die Beschwerden bei PMS auch als "psychoendokrine Dysfunktion" bezeichnet. Das bedeutet, dass eine Fehlfunktion besteht, deren Ursache in der Psyche, im Nervensystem und im Hormonhaushalt zu suchen ist.

Diagnose
Die Frauenärztin oder der Frauenarzt wird zunächst im Gespräch der Krankengeschichte auf den Grund gehen und anschließend eine körperliche Untersuchung durchführen. In manchen Fällen empfiehlt sich eine Blutuntersuchung, um mögliche andere Erkrankungen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, auszuschließen. Auch Anorexie, Bulimie oder Endometriose können ähnliche Symptome hervorrufen.

Was können Frauen selbst gegen die Beschwerden tun?

-Achten Sie vor allem in der zweiten Zyklushälfte darauf, ausreichend zu schlafen.
-Gönnen Sie sich regelmäßig Pausen und Entspannungsphasen.
-Reduzieren Sie Stress!
-Achten Sie in den zwei Wochen vor Beginn Ihrer Periode auf ausgewogene, gesunde Ernährung. Salzreiche Nahrungsmittel und Schokolade sollten möglichst vermieden werden!
-Reduzieren bzw. vermeiden Sie Kaffee und Alkohol.
-Vermeiden Sie Nikotin.
-Machen Sie Sport oder gehen Sie viel spazieren! Bewegung fördert die Durchblutung und wirkt so Krämpfen entgegen. Wählen Sie dabei eine Sportart, die Ihnen Spaß macht!
-Nehmen Sie warme Bäder, sie entkrampfen die Muskulatur.
-Auch Meditation und Yoga entspannen bzw. wirken durchblutungsfördernd.

Therapie
Reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, um die Symptome des prämenstruellen Symptoms zu reduzieren, steht eine Vielzahl therapeutischer Möglichkeiten zur Verfügung. So haben sich etwa pflanzliche Präparate von Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Passionsblume, Johanniskraut oder Melisse in vielen Fällen bewährt. Sie wirken entspannend, entkrampfend und/oder entwässernd. Klären Sie mit Ihrem Frauenarzt / Ihrer Frauenärztin ab, welches Präparat am besten für Sie geeignet ist.
Ein stärkerer Eingriff in das Hormonsystem ist die Einnahme der Anti-Baby-Pille oder die Verwendung anderer hormoneller Verhütungsmethoden. Einige Präparate wurden speziell auf ihre Wirkung bei PMS getestet und können erwiesenermaßen die Symptome minimieren oder gänzlich zum Verschwinden bringen.
Die hormonelle Verhütungsmethode zu finden, die am besten zu einem passt, ist nicht immer einfach. Beim Arztgespräch sollte man daher die Symptome möglichst genau darlegen. Das tägliche Führen eines PMS-Kalenders über mehrere Monate hinweg erleichtert es, die Zusammenhänge mit dem Zyklusverlauf genau zu erfassen. Ein PMS-Kalender beinhaltet:
-alle auftretenden Beschwerden
-Zusammenhänge mit anderen Faktoren (Ernährung, Schlaf, körperliche Aktivität)
-Beurteilung des Empfindens bzw. der Beschwerden am jeweiligen Tag (z.B.: zu welcher Uhrzeit ging es mir am besten?)
Besteht Kinderwunsch, stellen die pflanzlichen und komplementärmedizinischen Methoden eine Alternative dar.
Rein symptomatisch kann den PMS-Symptomen natürlich auch mit Schmerzmitteln und krampflösenden Mitteln entgegengewirkt werden. Nichtsteroidale Antirheumatika sind allgemein wirkende Schmerzmittel, die sowohl bei Kopfweh als auch bei Bauch- und Rückenschmerzen wirken. Da es sich bei vielen körperlichen PMS-Beschwerden um krampfbedingte Symptome handelt, sind krampflösende Wirkstoffe wie Butylscopolamin unter Umständen effektiver. Nicht zuletzt kann bei schweren Formen von PMS auch eine Psychotherapie und/oder die Behandlung mit antidepressiv wirkenden Medikamenten zur Anwendung kommen.

Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte beraten, bestärken und behandeln die Frauen, damit diese in Beruf und Privatleben von den Beschwerden des prämenstruellen Syndroms so weit als möglich verschont bleiben.