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Die Frühschwangerschaft - Risiken durch Vorsorge und Prävention mindern

Frauen in anderen Umständen können heute im wahrsten Sinne des Wortes guter Hoffnung sein, denn 97% aller Kinder kommen aufgrund umfassender frauenärztlicher Vorsorge und Betreuung gesund zur Welt. Dennoch sollten bestimmte Alarmzeichen rechtzeitig erkannt werden, weil sie auf Komplikationen und Notfälle hinweisen können, die rechtzeitige medizinische Maßnahmen erfordern. Das gilt vor allem in den sensiblen ersten drei Monaten. Diese sind bei vielen Frauen von Fragen und Sorgen gekennzeichnet, ob die Schwangerschaft erhalten bleibt und nicht durch unwägbare Risiken vorzeitig ein Ende findet. Um Enttäuschungen zu vermeiden, verschweigen zahlreiche Schwangere zu Beginn ängstlich ihren Zustand vor der Familie und dem sozialen Umfeld, während andere überglücklich ihrer Freude Ausdruck verleihen. In jedem Fall gehört die Frühschwangerschaft in die Obhut der Frauenärztin / des Frauenarztes, um individuelle Risiken zu erkennen und Fragen zu beantworten.

Frauen in anderen Umständen können heute im wahrsten Sinne des Wortes guter Hoffnung sein, denn 97% aller Kinder kommen aufgrund umfassender frauenärztlicher Vorsorge und Betreuung gesund zur Welt. Dennoch sollten bestimmte Alarmzeichen rechtzeitig erkannt werden, weil sie auf Komplikationen und Notfälle hinweisen können, die rechtzeitige medizinische Maßnahmen erfordern. Das gilt vor allem in den sensiblen ersten drei Monaten. Diese sind bei vielen Frauen von Fragen und Sorgen gekennzeichnet, ob die Schwangerschaft erhalten bleibt und nicht durch unwägbare Risiken vorzeitig ein Ende findet. Um Enttäuschungen zu vermeiden, verschweigen zahlreiche Schwangere zu Beginn ängstlich ihren Zustand vor der Familie und dem sozialen Umfeld, während andere überglücklich ihrer Freude Ausdruck verleihen. In jedem Fall gehört die Frühschwangerschaft in die Obhut der Frauenärztin / des Frauenarztes, um individuelle Risiken zu erkennen und Fragen zu beantworten.

Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit und Co.
Rund 80% aller Schwangeren leiden in den ersten zwölf Wochen – zuweilen auch länger - unter Übelkeit, die bei 50% zum Erbrechen führt. Ebenso können Schwindel, Müdigkeit und Kreislaufprobleme diese Zeit der Erwartung massiv beeinträchtigen. Trotz allem sind diese Missempfindungen meistens kein Anlass für eine spezielle medikamentöse Therapie, wenn einige Ratschläge beachtet werden:
1.Vor dem Aufstehen etwas essen und trinken.
2.Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten gut zerkaut über den Tag verteilt essen, damit der Blutzuckerspiegel konstant bleibt.
3.Regelmäßig frische Luft tanken bzw. Räumlichkeiten stündlich lüften.
4.Öfter eine Ruhepause einlegen und dem Schlafbedürfnis nachgeben.
Niedriger Blutdruck häufig mit Schwindel verbunden ist meistens die Ursache für Kreislaufprobleme. Auch in diesem Fall ist eine medikamentöse Behandlung unnötig, wenn Folgendes getan wird:
1.Vor dem Aufstehen Gymnastik im Bett machen; z.B. Beine anziehen und strecken, Füße kreisen lassen.
2.Eine Tasse Gemüse- oder Fleischbrühe in kleinen Schlucken trinken.
3.Rasche Bewegungen vermeiden (z.B. langsam aus der Hocke aufstehen).
4.Laufen, Schwimmen, Radfahren, Yoga, damit der Kreislauf in Schwung kommt.
Tritt jedoch unabhängig von den Mahlzeiten unstillbares Erbrechen fünf bis zehnmal täglich auf, muss der sogenannten Hyperemesis gravidarum umgehend unter ärztlicher Kontrolle Einhalt geboten werden. Durch Flüssigkeitsverlust stellt sich brennender Durst ein. Um Gewichtsverlust und Austrocknung vorzubeugen, kann in schweren Fällen eine Klinikeinweisung unumgänglich werden. Mit intravenöser Ernährung wird versucht, den Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Gewichtsverlust zu stoppen. Auch Medikamente stehen in diesem Fall zur Verfügung.

Alarmsignal Blutungen
Im ersten Trimester kommt es bei rund 25% der Schwangeren zu Blutungen, die zwar nicht immer ernste Folgen haben, aber unbedingt beachtet werden müssen. Eine vaginale Blutung kann zufälligerweise einmal zum Zeitpunkt der sonst anstehenden Periode vorkommen und ist manchmal mit Unterbauch-Schmerzen verbunden. Trotzdem besteht das Risiko einer Fehlgeburt (Abort). Diese kann, muss aber nicht erfolgen! Nur eine unverzügliche gynäkologische Untersuchung durch die Frauenärztin / den Frauenarzt schafft Klarheit über die Blutungsursache, um bei Bedarf medizinische Maßnahmen einzuleiten. In diesem Fall ist in erster Linie Bettruhe, selten auch einmal eine Klinikeinweisung notwendig. Fehlgeburten bis zur zwölften Woche nennt man Frühaborte. Es wird damit gerechnet, dass nur etwa 30% aller entstandenen Schwangerschaften ausgetragen werden. Die meisten Frühaborte finden so zeitig statt, dass die Schwangerschaft überhaupt noch nicht bemerkt, geschweige denn ärztlich bestätigt wurde.

Ursachen und Erklärungen für Fehlgeburten
Etwa die Hälfte der Frühaborte stehen in Zusammenhang mit einer Veränderung der Chromosomen, den Trägern der Erbsubstanz. Diese treten als Spontan-Mutationen auf, das heißt bei einer weiteren Schwangerschaft kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu keiner Wiederholung. Weitere Ursachen von Frühaborten sind Fehlanlagen des Mutterkuchens oder der Nabelschnur, Hormonstörungen, virale und bakterielle Infektionen. Ein schlecht eingestellter Diabetes erhöht ebenfalls das Risiko für Frühaborte und Studien beweisen, dass auch Frauen mit starkem Übergewicht ein erhöhtes Risiko tragen. In Deutschland sind 35% der Frauen im gebärfähigen Alter übergewichtig. Ein wichtiger Hinweis ist deshalb: Bei Kinderwunsch das Gewicht möglichst zu normalisieren und die gute Nachricht lautet: Es existiert kein Hinweis darauf, wie viel Zeit zwischen einem Frühabort und einer erneuten Schwangerschaft verstreichen sollte.

Prävention – eine Frage der Eigenverantwortung
Mit Eigenverantwortung kann jede Schwangere dazu beitragen, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen: Zigaretten, Alkohol, unnötige Medikamente und vor allem Drogen, selbst mehr als zwei Tassen Kaffee oder schwarzer Tee pro Tag sind Risiken unterschiedlicher Tragweite. Laut zahlreicher Studien erhöht Nikotin- und Alkoholkonsum das Risiko von Frühaborten. Psychophysischer Stress in der bedrückenden Variante ist ebenso negativ zu beurteilen wie erkrankte unbehandelte Zähne. Sie erhöhen das Risiko eines Frühaborts! Eine Kurskorrektur der Ernährung beinhaltet die Reduktion von Fastfood, gesättigten Fetten tierischen Ursprungs, Industriezucker und Weißmehlprodukten zu Gunsten von Obst, Gemüse, Salat (fünf mal am Tag eine Handvoll), Vollkornprodukten und der Nahrungsergänzung mit Folsäure (möglichst schon vor Eintritt der Schwangerschaft) Jod und Omega-3-Fettsäuren. Mindestens eineinhalb Liter Getränke und bei Sommerhitze zweieinhalb bis drei Liter pro Tag sind ein Muss.
Günstige Auswirkungen auf Mutter und Kind haben Sportarten wie Wandern, Nordic Walking, Skilanglauf und Jogging. Sport sollte nur bis zu einer Höhe von 2.000 Metern getrieben werden. Schwimmen bietet sich bei einer Wassertemperatur zwischen 20 und 33 Grad an und statt zu tauchen ist das Schnorcheln zu empfehlen.
Für viele Menschen sind Prävention und Vorsorgeuntersuchungen ein und dasselbe. Prävention im ursprünglichen Sinn bedeutet, die Lebensweise den bekannten Regeln der Gesundheitsförderung anzupassen und dies in Eigenverantwortung zu tun. Vorsorgeprogramme kommen erst dann zum Tragen, wenn von bestimmten vielfach bereits bestehenden Gesundheitsrisiken ausgegangen werden muss. Beides ist für Schwangere ein Königsweg, um für Mutter und Kind das Beste zu tun.

Die Frauenärztinnen und Frauenärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte stehen insbesondere in der Frühschwangerschaft mit Empathie und Kompetenz ihren Patientinnen zur Seite.

Maria-E. Lange-Ernst