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Ultraschall Anwendungen in der täglichen Praxis der FrauenärztInnen

Das erste Anzeichen für einen Krebs des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom)

ist in den meisten Fällen eine Blutung, sei es als Zwischenblutung, als besonders starke Monatsblutung oder als Blutung nach dem Eintritt der Wechseljahre. „Deshalb dürfen ungewöhnliche Blutungen nicht einfach hingenommen, sondern müssen immer durch eine frauenärztliche Untersuchung abgeklärt werden“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Bei dieser Abklärung spielt die Ultraschall-Untersuchung der Gebärmutter eine wesentliche Rolle. Mit ihr kann eine ungewöhnliche Verdickung der inneren Wand der Gebärmutter festgestellt werden. Sie ist ein wichtiges, mögliches Anzeichen für einen Polyp, eine Vorstufe oder einen bösartigen Prozess. Wird diese Krebserkrankung bereits in einem sehr frühen Stadium entdeckt und behandelt, so sind die Heilungschancen ausgesprochen gut. Umgekehrt kann zunächst Entwarnung gegeben werden, wenn die Gewebeschicht nur wenige Millimeter dick ist, und der Zustand anhält. Eine Gewebeprobe durch eine Ausschabung muss dann nicht vorgenommen werden. Grenzwertige Befunde werden in bestimmten Zeiträumen kontrolliert.

„Der Ultraschall der Gebärmutter ist neben der Abklärung von Blutungen auch dann ein wichtiges Untersuchungsinstrument, wenn eine Frau unklare Schmerzen im Unterleib, oder einen ungewöhnlichen Ausfluss hat“, so Albring. Vor operativen Eingriffen im Krankenhaus ist eine erneute Ultraschalluntersuchung das übliche Verfahren. Das Vier-Augen-Prinzip zur Verhinderung überflüssiger Eingriffe ist ein Automatismus.

Mädchen und Frauen neigen vielfach zur Zystenbildung an den Eierstöcken. Meist handelt es sich um Eibläschen, die am Tage des Eisprungs nicht geplatzt, sondern weitergewachsen sind. Findet man diese unterhalb eines Durchmessers von 5 Zentimetern, kann abgewartet beziehungsweise ohne Operation mit Hormonen behandelt werden. Den Unterschied zwischen den sogenannten Follikelzysten und anderen Zysten sowie Tumoren kann der Ultraschall aufzeigen.

Vielfach sind die Veränderungen des Eierstockes und der Gebärmutter nicht tastbar, wenn eine Frau eine Abwehrspannung aufbaut oder zum Beispiel Verwachsungen im Unterleib hat oder übergewichtig ist. Dann empfiehlt sich der Ultraschall des kleinen Beckens – auch zum Beispiel bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchung –, um Auffälligkeiten zu entdecken. Leider lehnen es die Krankenkassen rigoros ab, in solchen Fällen und bei Risikopatientinnen die Kosten zu tragen, so dass Frauen diese Aufwendungen selber übernehmen müssen.

Vor Operationen an den Eierstöcken gilt ebenfalls das Vier-Augen-Prinzip, so dass Frauen nicht überflüssigerweise operiert werden. „Nie auszuschließen ist bei der enormen Vielfalt der Eierstocktumore, dass eine Veränderung des Eierstockes von beiden Untersuchern als operationswürdiger Befund diagnostiziert wurde und sich am Ende dann doch als gutartig oder als Vorstufe herausstellt. Im Interesse der Patientin gilt jedoch immer das Prinzip der Abklärung suspekter Befunde, bis die Gutartigkeit bestätigt ist“, so Albring. Der Automatismus präoperativ zeigt, dass der Ultraschall nicht nur in der Geburtshilfe unverzichtbar ist. Die Studienlage als Pseudoargument gegen seine Anwendung heranzuziehen ist fahrlässig. Sie Zahl guter Studien zum Ultraschall nur deshalb geringer, weil anders als bei lukrativen Medikamenten und Chemotherapeutika mit ihren Anwendungsstudien kein Ultraschallgeräte-Hersteller die Kosten übernimmt. Warum auch, ohne Ultraschallgerät darf kein Gynäkologe praktizieren: Er muss es kaufen.

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