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Wirksamer Impfschutz – die beste Reiseversicherung

Der bekannte Slogan: „Impfen schützt – Impfen nützt“, konnte die Bundesbürger kaum aus ihrer Impfmüdigkeit wachrütteln. Optimalen Impfschutz hat hierzulande nur ein Drittel der Erwachsenen, wobei die Statistik keine Angaben zu unterschiedlichem Impfverhalten zwischen Männern und Frauen ausweist.

Wir Deutsche sind Reiseweltmeister. Mehr als 5 Millionen buchen jedes Jahr Reisen in die Tropen, zunehmend in abgelegene und gesundheitlich riskante Gebiete. Zwar stehen Durchfall und Atemwegserkrankungen auf der Negativ-Hitliste unverändert ganz oben, doch Gelbfieber und Hepatitiden nehmen stetig zu.

Der bekannte Slogan: „Impfen schützt – Impfen nützt“, konnte die Bundesbürger kaum aus ihrer Impfmüdigkeit wachrütteln. Optimalen Impfschutz hat hierzulande nur ein Drittel der Erwachsenen, wobei die Statistik keine Angaben zu unterschiedlichem Impfverhalten zwischen Männern und Frauen ausweist.
Wir Deutsche sind Reiseweltmeister. Mehr als 5 Millionen buchen jedes Jahr Reisen in die Tropen, zunehmend in abgelegene und gesundheitlich riskante Gebiete. Zwar stehen Durchfall und Atemwegserkrankungen auf der Negativ-Hitliste unverändert ganz oben, doch Gelbfieber und Hepatitiden nehmen stetig zu.

Aufklärung ist das A und O Im Reisebüro fällt die Aufklärung bei Buchungen in tropische Länder häufig nur unvollständig, bei Last-Minute-Trips fast vollkommen aus. Aber nur ein vollständiger Impfschutz vermag Sie und Ihre Nächsten vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Eine gründliche Vorbereitung, die gesundheitliche Risiken berücksichtigt, trägt wesentlich zum Gelingen des Urlaubs bei.

Können Sie sich ausweisen?
Schauen Sie in Ihren Impfausweis, sofern Sie über einen verfügen. Er gibt Auskunft über den persönlichen Impfschutz und zeigt, wann eine Auffrischungs-Impfung erforderlich wird.

Planen Sie rechtzeitig
Die Reisemedizin empfiehlt im Allgemeinen 4 - 6 Wochen vor Urlaubsantritt mit den notwendigen Impfungen zu beginnen. Dabei wird zwischen Impfvorschriften für das entsprechende Land und Impfempfehlungen unterschieden. Impfvorschriften des internationalen Reiseverkehrs beziehen sich heute auf das Gelbfieber und die Meningokokken-Meningitis = Hirnhautentzündung. Eine Gelbfieber-Impfung ist für die Einreise in 16 afrikanische und einige südamerikanische Staaten Pflicht und muss vor Ort nachgewiesen werden. Dies trifft z. B. für Gambia und Kenia nicht zu. Allerdings ist die Impfung bei Ausflügen in das Landesinnere dringend anzuraten. Ein Impfung gegen Meningokokken-Meningits ist bei der Einreise nach Saudi-Arabien und Pilgerreisen nach Mekka vorgeschrieben. Impfempfehlungen dagegen sollen dem optimalen Schutz des Reisenden dienen und sind deshalb viel umfassender. Sie werden von medizinischen Fachgremien, z.B. der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin (STIKO) oder von Fachgesellschaften wie der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft (DTG) erarbeitet und fortlaufend aktualisiert.

Wo kann man sich impfen lassen?
Mit Rat und Tat stehen Ihnen der Hausarzt, ein Tropenarzt, der Frauenarzt mit Impfqualifikation, das Gesundheitsamt und Tropeninstitute zur Seite. Außerdem formulierten namhafte Experten von der WHO bis zur STIKO eine Aufforderung an alle Gynäkologen, sich an der Verbesserung des Impfschutzes der Bevölkerung aktiv zu beteiligen. Dem Frauenarzt mit entsprechender Qualifikation kommt dabei eine besondere Rolle zu, da er für Frauen zwischen 15 und 50 oft der einzige Arzt ist, der regelmäßig aufgesucht wird.

Allgemeine Impfempfehlungen bei Reisen in Entwicklungsländern
Eine Impfung bzw. Auffrischung ist gegen folgende Krankheiten anzuraten: Diphtherie, Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht; nicht zu verwechseln mit Gelbfieber), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Masern (falls keine Krankheit durchgemacht oder nicht dagegen geimpft wurde).

Individuelle Impfungen in Abhängigkeit vom Risiko
Reiseziel, Reisestil, das Lebensalter und der allgemeine Gesundheitszustand des Reisenden bestimmen die erforderlichen individuellen Impfungen. Gegen folgende Krankheiten kann eine vorsorgliche Impfung sinnvoll sein: Hepatitis B, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Typhus, Tollwut, Cholera, Grippe (Influenza), Tuberkulose, Japanische Enzephalitis und Frühsommer-Hirnhautentzündung.

Hepatitis A und B
In Deutschland ist ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B zugelassen. Zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen vor Reisebeginn sind zu verabreichen. Für den Langzeitschutz von zehn Jahren muss eine dritte Impfung nach sechs Monaten erfolgen.

Malaria
Eine der schwerwiegendsten Erkrankungen, die Urlaubern in tropischen Ländern droht, ist die Malaria. Eine Impfung steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Dennoch bestehen Möglichkeiten der Vorsorge. Die beiden wichtigsten Strategien der Prävention sind die Verhinderung von Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) und die Abtötung bereits eingedrungener Erreger (Chemoprophylaxe). Grundlage für die Chemoprophylaxe ist, dass ein bereits wirksamer Blutplasma-Spiegel direkt nach der Ankunft im Reiseland besteht. Deswegen sollte ein Woche vor Reisebeginn mit der Einnahme der Medikamente begonnen werden. Da Last-Minute-Urlauber oft nicht so viel Zeit haben, muss die Dosis der ersten Woche unmittelbar vor Reisebeginn eingenommen werden. Es ist außerdem besonders wichtig, die Chemoprophylaxe vier Wochen nach der Rückkehr fortzusetzen.

Nebenwirkungen von Impfungen
Nach einer Impfung können innerhalb der ersten 48 Stunden allgemeine Reaktionen des Körpers bzw. der Haut (Gewebereaktionen im Bereich der Einstichstelle) auftreten. In der Regel klingen diese nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Wann darf nicht geimpft werden? Bei verschiedenen akuten und chronischen Erkrankungen sowie bei Allergien gegen Impfbestandteile (Hühnereiweiß-Allergie) sind bestimmte Reiseimpfungen nicht zulässig. Dies trifft auch für Kinder unter sechs Monaten zu. Darüber hinaus darf die Impfung in der Schwangerschaft und Stillzeit nur in Ausnahmefällen unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen. Sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen.

Was geschieht, wenn nicht geimpft werden darf?
Wenn medizinische Gründe eine Impfung verbieten, kann eine Impfbefreiung im internationalen Impfausweis von der Gelbfieber-Impfstelle ausgestellt werden. Länder mit Impfvorschrift sind nicht zur Anerkennung dieser Bescheinigung verpflichtet. Im Extremfall kann bei der Einreise eine Nachimpfung gefordert oder eine Quarantäne bzw. Verweigerung der Einreise erfolgen.

Zeitabstand bei Impfungen für Last-Minute-Reisende bis zur Abreise:
Tetanus/Diphtherie - bis Abreise möglich
Poliomyelitis - bis Abreise möglich Hepatitis
A - bis Abreise möglich
Hepatitis B - 3 bis 4 Wochen
Typhus - 1 bis 2 Wochen
Gelbfieber - 10 Tage

„Das Beste, was man von Reisen nach Hause bringt, ist eine heile Haut“. Der alten persischen Weisheit schließt sich der Berufsverband der Frauenärzte e.V. mit seinen Impfempfehlungen an und wünscht einen erholsamen Urlaub und eine gesunde Heimkehr.

Mari-E. Lange-Ernst