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Auszug der Empfehlungen zur A H1N1 – Impfung

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Auszug der vorläufigen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts zur Anzahl der benötigten Teildosen des pandemischen Impfstoffs Pandemrix (GSK) zum Schutz gegen die Neue Influenza A(H1N1) und zu dessen Anwendung in der Schwangerschaft

  • 1. Sind bei der Impfung gegen die Neue Influenza H1N1 (Schweinegrippe) eine oder zwei Dosen des Impfstoffs notwendig?
  • 2. Sollen Schwangere mit Pandemrix geimpft werden?

1. Sind bei der Impfung gegen die Neue Influenza H1N1 (Schweinegrippe) eine oder zwei Dosen des Impfstoffs notwendig?

Ausgehend von bisher vorliegenden Studiendaten empfehlen das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert Koch-Institut vorläufig eine nach Altersgruppen differenzierte Impfdosierung. Diese sieht für einige Altersgruppen derzeit eine einmalige Impfung vor. Eine Entscheidung, ob letztlich doch noch eine zweite Impfung durchgeführt werden muss oder nicht, wird nach dem Vorliegen weiterer klinischer Daten fallen, die bis Mitte November 2009 erwartet werden. Sollte eine zweite Impfung notwendig sein, käme diese auch dann noch rechtzeitig, wenn seit der ersten Impfung mehr als drei Wochen vergangen sind. Klinische Daten zeigen, dass eine zweite Impfung auch noch nach sechs Monaten wirksam ist.

Aktuell sieht die vorläufige Empfehlung folgendermaßen aus:

  • Kinder von sechs Monaten bis neun Jahren: zwei halbe Erwachsenendosen (0,25 ml) im Mindestabstand von drei Wochen
  • Personen von zehn bis sechzig Jahre: eine ganze Erwachsenendosis (0,5 ml)
  • Erwachsene über sechzig Jahre: zwei ganze Erwachsenendosen (0,5 ml) im Mindestabstand von drei Wochen.

2. Sollen Schwangere mit Pandemrix geimpft werden?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoffen geimpft werden sollen.

Bis ein zugelassener nicht-adjuvantierter pandemischer H1N1-Impfstoff in Deutschland oder den EU-Mitgliedsstaaten zur Verfügung steht, weisen PEI und RKIdarauf hin, dass im Rahmen einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Analyse die Anwendung von einer Erwachsenendosis Pandemrix auch bei Schwangeren sinnvoll sein kann.

In eine angemessenen Nutzen-Risiko-Abwägung geht die epidemiologische Entwicklung der Neuen Influenza A(H1N1) innerhalb der nächsten Wochen ein, sowie das individuelle Risiko einer Schwangeren, insbesondere das erhöhte Risiko für eine schwer verlaufende A(H1N1)Erkrankung in Folge einer bereits vorbestehenden Grunderkrankung.

Zudem sollte ein mögliches erhöhtes Infektionsrisiko für eine Influenza A(H1N1)-Infektion z.B. durch (ein) weitere(s) Kind(er) im Haushalt, eine besondere berufliche Exposition und dergleichen berücksichtigt werden.

Die Anwendung von Pandemrix in der Schwangerschaft ist unter Berücksichtigung von offiziellen Empfehlungen von der Zulassung abgedeckt, wenn eine Impfung für notwendig erachtet wird.

Pandemrix kann auch stillenden Frauen verabreicht werden. Die wissenschaftliche Datenlage wurde von der EMEA als ausreichend erachtet, um die Impfung von Schwangeren mit einem adjuvantierten Impfstoff zu vertreten.

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Erstellt: 09.10.2009

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