Mit dem GKV-Spargesetz wird überproportional an der fachärztlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten gespart. Vor allem Augenärzten, Frauenärzten, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Hautärzten, Urologen, Orthopäden sowie Psychiatern, Neurologen oder Chirurgen wird die finanzielle Grundlage sehenden Auges entzogen. Dabei spielen gerade sie in der täglichen, niedrigschwelligen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung eine tragende Rolle.
Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich:
Wenn man tragende ambulante Versorgungsstrukturen derart schwächt, bekommt man auch deutlich weniger Leistungen. Diese einfache Wahrheit wird rund um dieses Gesetz konsequent ignoriert. Als Vertreter der deutschen Fachärzteschaft sage ich: Es wird weniger Termine, längere Wartezeiten und geschlossene Praxen geben. Anderes anzunehmen, ist bestenfalls naiv.
Auf Seiten des SpiFa herrscht völliges Unverständnis über die beschwichtigende Kommunikation von politischer Seite in Richtung der Patientinnen und Patienten. Er sieht darin ein Leugnen der völlig absehbaren realen Folgen des Gesetzes für gesetzlich Versicherte.
Diese Einsparungen sind Leistungskürzungen, fertig aus. Die Patientinnen und Patienten wer-den dieses Gesetz ausbaden müssen. Sie sind es, die künftig im Fall einer Schwangerschaft schwieriger Zugang zur Vorsorge erhalten, die bei einer Krebsdiagnose länger auf einen Termin beim Strahlentherapeuten warten müssen, die schon Wochen vor Quartalsende vor verschlossenen Türen beim Augenarzt, HNO-Arzt oder Orthopäden stehen werden,
so Dr. Heinrich weiter.
Besonders irritiert ist der SpiFa als Stimme von rund 160.000 Fachärztinnen und Fachärzten daher über Forderungen aus den Reihen der Koalitionsfraktionen nach der Einführung von Termingarantien für gesetzlich Versicherte.
Dazu wird Dr. Heinrich deutlich:
Wer so etwas in den Raum stellt, während er sehenden Auges die Axt an die wirtschaftliche Basis der Praxen legt, hat die Realität völlig verlassen und offenkundig keinerlei Ahnung von unserem Gesundheitssystem. Unter diesen Bedingungen noch pauschale Termingarantien zu fordern, kann man nur noch populistisch nennen. Wer wann einen Termin bei ihnen erhält, entscheiden aus gutem Grund dafür ausgebildete Fachärztinnen und Fachärzte anhand medizinischer Notwendigkeit, nicht Politiker anhand von Umfrageergebnissen.
