Frauengesundheit sichern: Zur Petition
Was Patientinnen jetzt wissen sollten
Ihre frauenärztliche Praxis ist für viele Fragen rund um Gesundheit, Vorsorge, Schwangerschaft, Verhütung, Beschwerden und Früherkennung die erste Anlaufstelle.
Diese Versorgung darf nicht unter Spardruck geraten.
Mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sollen im Gesundheitssystem Kosten begrenzt werden. Das klingt zunächst technisch. Für Patientinnen kann es aber sehr konkrete Folgen haben: längere Wartezeiten, weniger kurzfristige Termine und mehr Druck auf eine ohnehin stark belastete Versorgung.
Deshalb bitten viele Frauenarztpraxen ihre Patientinnen jetzt um Unterstützung für die Petition „Frauengesundheit sichern“.
Wo kann ich unterschreiben?
Die Petition „Frauengesundheit sichern“ ist beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht und liegt dort unter der ID 202297 zur Prüfung und Veröffentlichung vor.
Eine Online-Mitzeichnung über das Petitionsportal des Deutschen Bundestages ist erst möglich, sobald die Petition dort veröffentlicht wurde. Bis dahin können Sie die Petition bereits in teilnehmenden frauenärztlichen Praxen auf den ausliegenden Unterschriftenlisten unterstützen.
Sobald die Online-Mitzeichnung freigeschaltet ist, informieren wir auf dieser Seite und verlinken direkt zur Petition. Alternativ können Sie die Petition später auch über das Petitionsportal des Deutschen Bundestages mit der ID 202297 suchen und online mitzeichnen.
FAQ zur Petition
Worum geht es bei der Petition? +
Die Petition setzt sich dafür ein, dass frauenärztliche Versorgung verlässlich bleibt, denn diese ist durch die GKV-Reform bedroht.
Frauenärztliche Leistungen dürfen jedoch nicht davon abhängen, ob ein politisch festgelegtes Ausgabenvolumen bereits ausgeschöpft ist.
Es geht vor allem um:
- Schwangerenvorsorge
- Krebsfrüherkennung
- kurzfristige Termine bei Beschwerden
- zeitnahe Versorgung bei auffälligen Befunden
- Endometriose und chronische Unterbauchschmerzen
- Wechseljahresbeschwerden
- Verhütungsberatung und Gesundheitsprävention
- Impfprävention (Beratung und Impfen)
Warum betrifft mich das als Patientin? +
Aufgrund der geplanten gesetzlichen Änderungen werden Praxen weniger Termine anbieten können, es wird zu längeren Wartezeiten kommen und einige Praxen werden schließen müssen. Das spüren am Ende die Patientinnen. Eine Schwangerschaft verläuft nicht entlang von Finanzierungsgrenzen. Beschwerden oder auffällige Befunde lassen sich nicht auf später verschieben. Auch Krebsfrüherkennung, Impfprävention oder Verhütungsberatung brauchen Zeit, Verlässlichkeit und gut erreichbare Praxen. Deshalb sind zusätzliche und kurzfristige Termine auch weiterhin wichtig.
Werden Vorsorgeuntersuchungen abgeschafft? +
Nein. Darum geht es nicht. Die Sorge ist eine andere: Wenn medizinisch notwendige Leistungen stärker begrenzt oder finanziell gedeckelt werden, kann der Zugang schwieriger werden. Dann bleiben Leistungen zwar grundsätzlich vorgesehen, sind aber in der Praxis schwerer zeitnah zu bekommen. Für Patientinnen macht das einen großen Unterschied. Eine Untersuchung, die medizinisch sinnvoll ist, hilft nur dann, wenn sie auch rechtzeitig stattfinden kann.
Welche Bereiche sind besonders betroffen? +
Schwangerschaft
Schwangere brauchen eine verlässliche Betreuung. Manchmal reichen die normalen Vorsorgetermine aus. Manchmal braucht es zusätzliche Kontrollen, schnelle Abklärung oder kurzfristige Termine, zum Beispiel bei Beschwerden, auffälligen Befunden oder Unsicherheit. Schwangerschaftsvorsorge darf nicht unter Finanzierungsdruck geraten.
Krebsfrüherkennung
Früherkennung kann helfen, Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Gerade bei Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder anderen gynäkologischen Erkrankungen ist der regelmäßige Zugang zu Untersuchungen wichtig. Wenn Termine knapper werden, wird Früherkennung später stattfinden. Das darf keinesfalls passieren.
Dies gilt in besonderer Weise für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme, etwa Mammographie-Screening und Zervixkarzinom-Screening, sowie andere gesetzlich ausdrücklich gewollte Vorsorgeleistungen. Bei der organisierten Krebsfrüherkennung werden Versicherte gezielt zur Inanspruchnahme von Früherkennungsleistungen eingeladen; aus den Untersuchungen können sich abklärungsbedürftige Befunde und damit weiterer medizinisch notwendiger Behandlungsbedarf ergeben. Es ist systematisch widersprüchlich, zunächst durch organisierte Einladungsverfahren eine höhere Inanspruchnahme von Vorsorge- und Früherkennungsleistungen anzustreben, die daraus folgende Versorgung aber anschließend einer mengenbegrenzenden Gesamtvergütung zu unterwerfen.
Beschwerden
Entzündungen, auffälliger Ausfluss, Tastbefunde oder unklare Beschwerden brauchen oft zeitnahe ärztliche Einschätzung. Solche Anliegen entstehen nicht nach Terminplan und sollten ärztlich eingeordnet werden können, ohne unnötig lange warten zu müssen. Dafür brauchen Praxen die Möglichkeit, kurzfristige Termine anzubieten.
Auffällige Befunde
Wenn ein Befund auffällig ist, muss dieser rasch abgeklärt werden. Warten belastet körperlich und seelisch. Gerade in solchen Situationen ist ein schneller Zugang zur frauenärztlichen Praxis wichtig.
Endometriose und chronische Schmerzen
Viele Patientinnen mit Endometriose oder chronischen Unterbauchschmerzen haben bereits lange Wege hinter sich. Diagnostik, Befundbesprechung und Therapie brauchen Zeit. Wenn Praxen unter noch stärkeren Zeit- und Kostendruck geraten, trifft das gerade Patientinnen mit komplexeren Beschwerdebildern besonders stark.
Wechseljahresbeschwerden
Wechseljahresbeschwerden können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Blutungsstörungen, Stimmungsschwankungen oder andere Beschwerden können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auch diese Patientinnen brauchen eine kompetente und ausreichende medizinische Beratung.
Verhütung und junge Frauen
Gute Verhütungsberatung braucht Vertrauen. Sie schützt vor ungewollten Schwangerschaften, hilft bei Zyklusproblemen und ist oft der erste wichtige Kontakt junger Frauen zur frauenärztlichen Versorgung. Auch diese Beratung darf nicht unter Finanz- oder Zeitdruck geraten.
Impfprävention
Impfungen, zum Beispiel gegen HPV, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, sind ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung. Dafür braucht es Beratung, Aufklärung und erreichbare Praxen. Prävention spart nicht nur Kosten. Sie schützt Gesundheit.
Was bedeuten die 3,5 Millionen kurzfristigen Termine? +
Nach Berechnungen des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) und der KBV könnten bundesweit bis zu 3,5 Millionen kurzfristige frauenärztliche Termine pro Jahr entfallen. Damit sind Termine gemeint, die Frauen brauchen, wenn etwas nicht bis zum nächsten regulären Vorsorgetermin warten kann.
Zum Beispiel:
- bei Beschwerden (in der Schwangerschaft)
- bei auffälligen Befunden
- bei Entzündungen
- bei dringendem Beratungsbedarf
Diese Termine sind kein Luxus. Sie sind ein zentraler Teil guter frauenärztlicher Versorgung.
Warum erheben wir Frauenärztinnen und Frauenärzte jetzt unsere Stimme? +
Weil Praxen jeden Tag sehen, wie hoch der Bedarf an Terminen ist. Viele Frauenarztpraxen arbeiten bereits heute an der Belastungsgrenze und haben unter Umständen schon Aufnahmestopp. Termine, Personal, Räume, Labor und Technik müssen organisiert und finanziert werden. Wenn politische Sparmaßnahmen dazu führen, dass wichtige Leistungen schlechter finanziert werden, können Praxen ihr Angebot nicht aufrechterhalten. Das ist kein abstraktes Problem. Es betrifft konkret die Versorgung der Patientinnen vor Ort.
Geht es den Praxen dabei nur um Geld? +
Nein. Es geht um Versorgung. Natürlich müssen Praxen wirtschaftlich arbeiten können. Aber dahinter steht mehr: Wie viele Termine können angeboten werden? Wie viel Zeit bleibt für Beratung? Wie schnell können Patientinnen mit Beschwerden gesehen werden? Wie verlässlich bleibt Vorsorge? Kann die Praxis ihr Personal und die Nebenkosten noch finanzieren? Denn eine Praxis kann nur dann gut versorgen, wenn alle notwendigen Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Was kann passieren, wenn nichts geändert wird? +
Aus Sicht des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) drohen vor allem:
- längere Wartezeiten
- weniger kurzfristige Termine
- mehr Druck auf Praxisteams
- erschwerter Zugang zu Vorsorge und Abklärung
- stärkere Belastung von Patientinnen mit komplexen Beschwerden
- mehr Betreuungsunsicherheit in Schwangerschaft und bei auffälligen Befunden
Genau das soll verhindert werden.
Warum soll ich unterschreiben? +
Ihre Unterschrift zeigt der Politik: Bei der Frauengesundheit darf nicht gespart werden. Je mehr Patientinnen die Petition unterstützen, desto klarer wird das Signal: Vorsorge, Schwangerschaftsbegleitung, Krebsfrüherkennung und schnelle Hilfe bei Beschwerden müssen verlässlich bleiben. Es geht um Ihre Versorgung. Und um die Versorgung von Millionen Frauen in Deutschland.
Mit 30.000 Unterschriften innerhalb der Mitzeichnungsfrist muss die petitionsstellende Person oder Institution vom Bundestag angehört werden. Hier kann er die Wichtigkeit der frauenärztlichen Versorgung in der öffentlichen Ausschusssitzung vortragen und für deren Erhalt eintreten.