Praxismaterial zur Petition
Das beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gefährdet die Zukunft der frauenärztlichen Praxen. Der BVF hat deshalb die Petition „Frauengesundheit sichern“ beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht. Diese wurde am 26. August 2026 unter der ID 202297 veröffentlicht.
Bis zum Abschluss der Online-Mitzeichnung am 7. Oktober 2026 haben 140.617 Menschen die Petition online unterstützt. Hinzu kommen die Unterschriften aus den Mitzeichnungslisten, die bei der Ermittlung des endgültigen Gesamtergebnisses noch berücksichtigt werden.
Der BVF bedankt sich bei allen Frauenärztinnen und Frauenärzten, die die Petition in ihren Praxen unterstützt und ihre Patientinnen auf die Initiative aufmerksam gemacht haben.
Mit dem Erreichen des erforderlichen Quorums erfüllt die Petition die Voraussetzung für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Über den weiteren Verlauf des Petitionsverfahrens und die nächsten Schritte informieren wir auf dieser Website.
Weitere Informationen finden Sie in unseren FAQ.
FAQ für Ärztinnen, Ärzte und Praxisteams
FAQ zum Ausdruck für Ihre Patientinnen
Sollten Sie die FAQ für Ärztinnen, Ärzte und Praxisteams lieber digital nutzen wollen, finden Sie dieses untenstehend:
Worum geht es?
1. Warum hat der BVF diese Petition gestartet? +
Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) setzt sich mit der Petition dafür ein, dass frauenärztliche Versorgung verlässlich und ausreichend finanziert bleibt.
Hintergrund ist das am 10.07.2026 beschlossene Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Dies wird für Frauenarztpraxen und Patientinnen sehr konkrete Auswirkungen: weniger finanzielle Planungssicherheit, mehr wirtschaftlicher Druck, weniger Spielraum für kurzfristige Termine und eine weitere Belastung ohnehin stark beanspruchter Praxisteams.
Frauenärztliche Versorgung ist im Bereich der Vorsorge zwar gut planbar, aber in Bezug auf Schwangerschaft, Beschwerden, auffällige Befunde, Verhütungsberatung, Endometriose oder Wechseljahresbeschwerden richten sich die Versorgungsanfragen nicht nach Fallzahl- oder Budgetgrenzen.
Die Petition macht deutlich: Frauengesundheit ist kein Sparposten.
2. Worum geht es in der Petition konkret? +
Die Petition setzt sich dafür ein, dass zentrale Bereiche der frauenärztlichen Versorgung weiterhin verlässlich erreichbar bleiben, denn diese Leistungen dürfen nicht davon abhängen, ob ein politisch festgelegtes Ausgabenvolumen bereits ausgeschöpft ist.
Dazu gehören insbesondere:
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Schwangerenvorsorge
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Krebsfrüherkennung
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kurzfristige Termine bei Beschwerden
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Versorgung bei auffälligen Befunden
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Endometriose und chronische Unterbauchschmerzen
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Wechseljahresbeschwerden
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Verhütungsberatung und Prävention
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Impfberatung und Impfprävention
3. Warum betrifft das die Praxen? +
Frauenarztpraxen tragen hohe laufende Kosten: Personal, Miete, Technik, IT, Labororganisation, Hygiene, Qualitätsmanagement, Verwaltung und immer mehr bürokratische Anforderungen. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf der Patientinnen.
Viele Praxen arbeiten bereits heute an der personellen, organisatorischen und wirtschaftlichen Belastungsgrenze. Wenn wichtige Leistungen zusätzlich begrenzt, schlechter kalkulierbar oder finanziell unter Druck gesetzt werden, wird es schwieriger dieses Leistungsangebot aufrecht zu erhalten. Es wird schwieriger, unser Personal halten zu können, zusätzliche Termine anzubieten, kurzfristige Beschwerden abzufangen und ausreichend Zeit für Beratung, Vorsorge und Begleitung einzuplanen.
Deshalb geht es nicht um eine abstrakte Honorardebatte. Es geht um die reale Frage, ob frauenärztliche Praxen die Versorgung in der bisherigen Breite und Verlässlichkeit auch zukünftig weiter leisten können.
Eine wirtschaftlich instabile Praxis kann keine stabile Versorgung sichern.
4. Geht es dabei nur um Geld? +
Nein. Aber ohne tragfähige Finanzierung gibt es keine tragfähige Versorgung.
Natürlich geht es auch um die wirtschaftliche Realität der Praxen. Das muss offen ausgesprochen werden. Jede zusätzliche Leistung, jeder kurzfristige Termin, jede Beratung, jede Schwangerenbetreuung und jede Abklärung auffälliger Befunde braucht Personal, Zeit, Räume, Technik und Organisation.
Wenn diese Leistungen politisch erwartet, aber finanziell nicht ausreichend abgebildet werden, geraten Praxen in eine strukturelle Schieflage. Dann wird aus einer Honorarfrage sehr schnell eine Versorgungsfrage.
Die Botschaft lautet daher nicht: Wir wollen einfach mehr Geld. Die Botschaft lautet: Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit wir verlässlich versorgen können.
Gespräch mit Patientinnen
5. Wie können wir Patientinnen ansprechen? +
Die Ansprache sollte kurz, freundlich und sachlich sein. Ziel ist es, Patientinnen für die möglichen Auswirkungen der gesetzlichen Sparmaßnahmen auf die frauenärztliche Versorgung zu sensibilisieren.
Mögliche Formulierung am Empfang:
„Vielleicht haben Sie schon von den geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen gehört. Diese könnten sich auch auf die frauenärztliche Versorgung auswirken. Wir befürchten, dass dadurch künftig weniger kurzfristige Termine zur Verfügung stehen und Wartezeiten länger werden. Uns ist wichtig, dass Sie wissen, welche Folgen diese Entscheidungen für Ihre Versorgung haben können.“
Oder kürzer:
„Durch die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen könnte es künftig schwieriger werden, kurzfristig einen Frauenarzttermin zu bekommen. Wir möchten unsere Patientinnen darüber informieren, weil uns eine verlässliche Versorgung weiterhin sehr wichtig ist.“
Für Patientinnen, die mehr über die Hintergründe und möglichen Auswirkungen erfahren möchten, kann das Praxisteam auf die Patientinnen-FAQ verweisen.
Die ausführliche FAQ zur Petition finden Patientinnen außerdem auf dieser Kampagnenseite: www.frauengesundheit-sichern.de
So muss das Praxisteam nicht alle Details im Gespräch erklären, sondern kann kurz informieren und bei weitergehendem Interesse auf die bereitgestellten Informationen verweisen.
6. Was antworten wir, wenn Patientinnen fragen: „Worum geht es?“ +
Kurzantwort:
„Es geht darum, dass frauenärztliche Versorgung verlässlich bleibt. Politische Sparmaßnahmen können dazu führen, dass Praxen weniger Spielraum für kurzfristige Termine, Vorsorge und Beratung haben. Unser Berufsverband hat daher die Petition Frauengesundheit sichern eingereicht und ist weiterhin politisch aktiv.“
Etwas ausführlicher:
„Viele Leistungen in der Frauenheilkunde lassen sich nicht beliebig planen. Schwangerschaft, Beschwerden, auffällige Befunde oder Krebsfrüherkennung brauchen zeitnahe Termine. Wenn der finanzielle und organisatorische Druck auf Praxen weiter steigt, kann sich der Zugang für Patientinnen verschlechtern. Unser Berufsverband hat daher die Petition Frauengesundheit sichern eingereicht und ist weiterhin politisch aktiv.“
7. Was antworten wir, wenn Patientinnen fragen: „Werden Vorsorgeuntersuchungen abgeschafft?“ +
Mögliche Antwort:
„Nein. Darum geht es nicht. Die Sorge ist nicht, dass Vorsorgeuntersuchungen einfach abgeschafft werden. Die Sorge ist, dass nicht mehr ausreichend Termine für Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden können, wenn wichtige Leistungen stärker begrenzt werden oder finanziell unter Druck geraten.
8. Was antworten wir, wenn Patientinnen fragen: „Geht es den Praxen nur um Geld?“ +
Mögliche Antwort:
„Nein. Es geht um Versorgung. Aber gute Versorgung braucht stabile Rahmenbedingungen. Jeder Termin, jede Beratung, jede Untersuchung und jede kurzfristige Abklärung braucht Personal, Zeit und Organisation. Wenn Praxen wirtschaftlich immer stärker unter Druck geraten, wird es schwieriger, diese Versorgung weiterhin verlässlich anzubieten.“
Oder kürzer:
„Es geht nicht einfach um Geld. Es geht darum, dass Praxen die Versorgung in diesem Umfang überhaupt weiter leisten können.“
Was ist wichtig, was sollte vermieden werden?
9. Ist die Petition parteipolitisch? +
Nein. Die Petition richtet sich an den Deutschen Bundestag und betrifft die Sicherung der frauenärztlichen Versorgung. Sie ist kein parteipolitischer Aufruf. Im Mittelpunkt steht die Versorgung von Frauen und Mädchen in Deutschland.
10. Was ist die wichtigste fachpolitische Botschaft? +
Frauenärztliche Versorgung braucht stabile Praxen.
Wer Vorsorge, Schwangerschaftsbetreuung, Krebsfrüherkennung, Impfprävention, Beratung und kurzfristige Termine erhalten will, muss die Praxen stärken, die diese Versorgung täglich leisten. Politische Sparmaßnahmen treffen nicht nur Abrechnungspositionen. Sie treffen Strukturen, Personal, Zeit und Erreichbarkeit. Und damit treffen sie am Ende die Patientinnen.