Pressemitteilung GKV-BStabG

Weniger Termine, längere Wartezeiten: Jetzt für den Erhalt der Frauengesundheit unterschreiben

Der BVF hat die Petition „Frauengesundheit sichern“ beim Deutschen Bundestag eingereicht. Ab sofort kann sie online mitgezeichnet werden.

Schnell einen Termin bekommen zur Vorsorgeuntersuchung. Engmaschig betreut werden, wenn ein Kind unterwegs ist. Zur Krebsvorsorge gehen können, bevor aus einem kleinen Befund ein großes Problem wird. Was für Frauen in Deutschland bislang selbstverständlich war, könnte künftig schwieriger werden: Die Bundesregierung hat mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz weitreichende Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem beschlossen, die aus Sicht des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) den Zugang zur frauenärztlichen Versorgung erschweren.

Mit der Petition wird gefordert, das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStG) zu ändern. Die ambulante frauenärztliche Versorgung muss weiterhin abgesichert sein, damit Patientinnen auch künftig ausreichend und verlässlich Termine zur gynäkologischen Krebsfrüherkennung, zur Schwangerenvorsorge und zur Abklärung gynäkologischer Beschwerden erhalten.

Wer Frauengesundheit sichern will, kann jetzt aktiv werden und die jetzt veröffentlichte Petition (ID 202297) direkt über diesen Link oder unter www.frauengesundheit-sichern.de bis zum 07.10.2026 unterzeichnen. Wer lieber vor Ort unterschreibt, kann das zusätzlich in vielen Frauenarztpraxen über ausliegende Mitzeichnungslisten.

Lohnt sich die Petition noch, obwohl das Gesetz schon beschlossen ist?

Ja, ganz klar. Das Gesetz ist zwar verabschiedet, damit sind aber weder seine Bewertung noch die Diskussion über die Folgen für die Versorgung beendet. Mit der Petition macht der BVF gegenüber dem Deutschen Bundestag sichtbar, wie groß die Sorge bei den Patientinnen und in den Praxen ist. Sie untermauert die Forderung nach politischen Korrekturen und trägt dazu bei, dass die Auswirkungen auf die frauenärztliche Versorgung bei den weiteren Entscheidungen und bei der Umsetzung des Gesetzes nicht ausgeblendet werden. Gerade jetzt ist wichtig, dass die Kritik nicht verstummt. Jede Unterschrift macht sichtbar: Frauen und Mädchen dürfen auch künftig eine verlässliche frauenärztliche Versorgung erwarten.

Was beinhaltet das Beitragssatzstabilisierungsgesetz und warum ist das ein Problem?

Allein im kommenden Jahr sollen mit den im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossenen Maßnahmen rund drei Milliarden Euro eingespart werden. Ein erheblicher Teil davon soll durch strengere Budgetvorgaben und eine Begrenzung der Ausgaben erreicht werden. Ärztinnen und Ärzte müssen das umsetzen, in dem sie nur noch eine politisch festgelegte Zahl an Patientinnen behandeln – egal wie hoch der Bedarf ist.

Das funktioniert wie ein Bus, dessen Türen sich schließen, sobald er voll ist: Wer noch draußen ist, muss auf den nächsten Bus hoffen. Der kommt aber nicht bzw. erst sehr viel später. Wer Geld hat, nimmt ein Taxi. Aber was ist mit dem Rest? Das Signal der Politik ist also: Gesundheit wird zur Frage des Geldbeutels.

Was heißt das konkret für Patientinnen?

Nach Berechnungen des BVF könnten deutschlandweit bis zu 3,5 Millionen kurzfristige Termine bei Frauenärztinnen und Frauenärzten pro Jahr wegfallen. Besonders betroffen wären:

  • Schwangere, die eine verlässliche, engmaschige Vorsorge brauchen bis zur Geburt.
  • Frauen bei der Krebsvorsorge, denn nur wer regelmäßig zur Untersuchung geht, kann eine Erkrankung früh erkennen.
  • Frauen mit Endometriose oder chronischen Schmerzen, deren Diagnose und Behandlung ohnehin oft lange dauert.
  • Frauen in den Wechseljahren, die auf eine kompetente frauenärztliche Begleitung angewiesen sind.
  • Junge Frauen bei der Verhütungsberatung, die Zeit, Vertrauen und einen erreichbare/n Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin brauchen.

Weitere Informationen sowie ein ausführliches FAQ unter: www.frauengesundheit-sichern.de

Jetzt unterschreiben: Hier geht es direkt zur Petition