Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft betont:
Viele Frauen sind heute besser informiert als noch vor einigen Jahren – und gleichzeitig verunsichert, welche Informationen für sie tatsächlich relevant sind. In der Perimenopause geraten die Hormonspiegel oft in eine “Achterbahnfahrt“(1), in der Östrogen und Progesteron sowie die Steuerungshormone aus dem Zwischenhirn stark schwanken und Symptome sehr variabel sind und fluktuieren. Das führt dazu, dass viele Betroffene das Gefühl haben, ihr Körper funktioniere plötzlich nach eigenen Regeln. Umso wichtiger ist es, Symptome frühzeitig ernst zu nehmen und medizinisch einzuordnen.
Fachärztliche Begleitung von Anfang an
Die Frauenheilkunde bietet eine kontinuierliche Begleitung durch diese Lebensphase, von den ersten hormonellen Veränderungen bis in die Postmenopause. Frauenärztinnen und Frauenärzte sind dabei zentrale Ansprechpartner für eine fundierte Diagnostik und Aufklärung sowie individuell abgestimmte Therapie.
Frauen brauchen keine selbsternannten „Hormon-Coaches“, sondern verlässliche medizinische Ansprechpartner. Wir begleiten Patientinnen oft über viele Jahre hinweg und können Veränderungen früh erkennen, einordnen und gemeinsam passende Behandlungsmöglichkeiten entwickeln.
erklärt Markus Haist, Präsident des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V.
Zwischen Mythen und evidenzbasierter Medizin
Gerade im digitalen Raum halten sich hartnäckige Mythen, etwa, dass Hormone grundsätzlich gefährlich seien oder Beschwerden in den Wechseljahren einfach ausgehalten werden müssten. Solche pauschalen Aussagen tragen zur Verunsicherung bei und können dazu führen, dass Frauen auf wirksame Unterstützung verzichten.
Die moderne Frauenheilkunde ermöglicht heute eine differenzierte und individuelle Behandlung. Dazu gehören – je nach Situation – hormonelle ebenso wie nicht-hormonelle und komplementäre Ansätze. Entscheidend ist eine evidenzbasierte frauenärztliche Beratung, die die persönliche Lebenssituation der Frau berücksichtigt.
so Schaudig.
Politische Aufmerksamkeit wächst – BVF und DMG bringen Expertise ein
Dass die Wechseljahre auch gesundheitspolitisch stärker in den Fokus rücken, zeigt der Dialogprozess Wechseljahre im Bundesministerium für Gesundheit. Gemeinsam mit Fachgesellschaften und Verbänden werden dort seit Ende 2025 zentrale Fragen rund um Aufklärung, Versorgung und Arbeitswelt diskutiert.
Auch der BVF und die Deutsche Menopause Gesellschaft bringen ihre fachliche Expertise in diesen Prozess ein.
Es ist ein wichtiges Signal, dass die Wechseljahre inzwischen auch politisch angekommen sind. Jetzt kommt es darauf an, die gewachsene Aufmerksamkeit umzusetzen in konkrete, alltagstaugliche Unterstützung für die Frauen,
so Haist.
Gesellschaftlichen Dialog weiterführen
Beide Organisationen sprechen sich dafür aus, den begonnenen Dialog unbedingt weiterzuführen und die gewachsene Sichtbarkeit des Themas zu nutzen, für mehr Aufklärung, mehr Orientierung und eine stärkere Verankerung hormoneller Gesundheit in der medizinischen Versorgung.
Der diesjährige Welthormontag steht unter dem Motto „Because Hormones Matter“(2) und unterstreicht einmal mehr: Hormonelle Gesundheit begleitet Frauen ein Leben lang und verdient verlässliche Information und kompetente Betreuung.
Quellen und weitere Informationen:
(1) https://thepauselife.com/blogs/the-pause-blog/the-zone-of-chaos-what-s-really-going-on-in-perimenopause?srsltid=AfmBOopYaOwLgLJXNeXLhAPsHa9L0fYCjXBSmfGdy73uwZjS-IXzDeOZ
(2) https://www.ese-hormones.org/what-we-do/outreach/world-hormone-day/
