Unter der wissenschaftlichen Leitung von Susanne Bechert und Dr. med. Christine Mau-Florek bot das Programm ein breites und zugleich klar praxisorientiertes Spektrum. Es reichte von der Betreuung besonderer Schwangerschaftssituationen über moderne Diagnostik bis zu aktuellen Therapiekonzepten in der gynäkologischen und onkologischen Versorgung. Die Kongressleitung führte souverän und herzlich durch den Tag und schuf damit den Rahmen für eine konzentrierte und sehr zugewandte Lern- und Diskussionskultur.
Schwangerschaft unter besonderen Umständen: sensibel, interdisziplinär und handlungsorientiert
Ein Schwerpunkt lag auf Schwangerschaften, die eine besonders enge Begleitung benötigen und in der Versorgungspraxis häufig zusätzliche Koordination und interdisziplinäre Vernetzung erfordern. Thematisiert wurden unter anderem perinatale sowie postnatale Depressionen. Im Fokus standen Früherkennung, eine sichere Einordnung der Symptomatik sowie konkrete Wege, wie Praxen Risiken frühzeitig erkennen und passende Hilfen anbahnen können.
Ebenfalls intensiv diskutiert wurde Sucht in der Schwangerschaft. Hier ging es um eine Gesprächsführung ohne Stigmatisierung, um das Wissen über regionale Unterstützungsstrukturen und um Beratung als Prozess, der Wiederholung und Verlässlichkeit braucht. Ergänzt wurde dies durch die Herausforderungen bei Schwangerschaften nach bariatrischen Operationen, bei denen Nährstoffstatus, Supplementation und engmaschige Kontrollen eine zentrale Rolle spielen.
Diagnostik und Therapie-Updates für den Praxisalltag
Am Nachmittag standen weitere Themen auf dem Programm, die unmittelbar in den Praxisalltag hineinwirken. Beiträge zur Endometriose-Diagnostik in der Sonographie gaben konkrete Orientierung für eine strukturierte Befundung und die Übertragung in den Alltag. In der Senologie wurden Mammasonographiebefunde in der Stillzeit praxisnah eingeordnet. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Differenzierung gegenüber malignitätsverdächtigen Befunden.
Abgerundet wurde der Fortbildungstag mit aktuellen Fakten zur Adjuvanz nach Mammakarzinom sowie einem Überblick über moderne Therapiekonzepte der Harninkontinenz. Beide Themen lieferten wichtige Impulse für Beratung, Diagnostik und Therapieentscheidungen.
Austausch, Netzwerk und Teamgefühl
Mindestens ebenso wertvoll wie die Vorträge war der kollegiale Austausch. In den Pausen wurde deutlich, wie sehr der Gynäkologentag als jährlicher Treffpunkt für Vernetzung, kurze Rückfragen unter Kolleginnen und Kollegen sowie fachliche Einordnung geschätzt wird. Die Stimmung war lebendig, respektvoll und von großer Offenheit geprägt.
Ein herzlicher Dank gilt den beiden Kongressleiterinnen Susanne Bechert und Dr. med. Christine Mau-Florek für die hervorragende Leitung, die stimmige Programmgestaltung und die spürbar gute Atmosphäre über den gesamten Tag hinweg. Ebenso danken wir allen Referierenden sowie den ausstellenden Partnern für die Unterstützung der Veranstaltung.
