Aus dem SpiFa |

SpiFa zur Patientensteuerung: Wer sie fordert, muss auch zeigen, dass er steuern will und kann

Die Diskussion über eine stärkere Patientensteuerung im deutschen Gesundheitssystem gewinnt erneut an Fahrt. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) stellt dazu klar: Wer eine stärkere hausärztliche Steuerungsrolle einfordert, muss auch zeigen, dass er diese Rolle tatsächlich wahrnehmen will und kann.

Bereits heute besteht ein klarer gesetzlicher Auftrag zur Koordinierung der Versorgung an die Hausärztinnen und Hausärzte. Zu ihren Aufgaben gehört ausdrücklich, Patientinnen und Patienten bei Bedarf in die fachärztliche Versorgung zu vermitteln. Hierfür wurden sogar finanzielle Anreize geschaffen. Für sogenannte Hausarztvermittlungsfälle erhalten Hausarztpraxen Zuschläge, wenn sie ihren Patientinnen und Patienten aktiv einen Termin in der fachärztlichen Versorgung organisieren.

Trotz dieses gesetzlichen Auftrags und der vorgesehenen Vergütung bleibt die tatsächliche Zahl solcher Vermittlungsfälle bislang gering. Im Jahr 2023 gab es etwas mehr als 2,54 Millionen Vermittlungsfälle. Bei rund 328 Millionen fachärztlichen Behandlungsfällen sind das nicht einmal ein Prozent.

Die Realität zeigt somit: Ein Großteil der Überweisungen und fachärztlichen Behandlungen erfolgt weiterhin ohne konkrete hausärztliche Terminorganisation. Häufig liegt die Terminvereinbarung weiterhin bei den Patientinnen und Patienten selbst oder bei den fachärztlichen Praxen.

Der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich, erklärt dazu:

Wer eine verbindliche Patientensteuerung fordert, muss auch bereit sein, diese Verantwortung im Praxisalltag zu übernehmen. Gesetzliche Instrumente existieren bereits. Sie müssen jedoch auch genutzt werden. Viele Fachärztinnen und Fachärzte berichten, dass Zuweisungen häufig sogar ohne jede Überweisung aus dem hausärztlichen Versorgungsbereich direkt in die offenen Sprechstunden der Facharztpraxen erfolgen. Dafür sind diese jedoch nicht gedacht. Es zeigt sich daher, dass bis zur Einführung eines wirklich effektiven Patientensteuerungssystems, wie es ein Primärversorgungssystem sein kann, bereits heute deutlich mehr getan werden könnte.

Der SpiFa spricht sich für eine sachliche und faktenbasierte Debatte aus. Eine stärkere Koordination der Patientenströme kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten ihre Rolle tatsächlich wahrnehmen, statt nur darüber zu sprechen.

Patientensteuerung ist kein politisches Schlagwort, sondern eine konkrete Versorgungsaufgabe. Wer sie fordert, muss zeigen, dass er steuern will und dass er steuern kann. Auch heute schon.

so der SpiFa-Vorsitzende weiter.

Ziel des SpiFa bleibt eine effiziente und patientengerechte Organisation der fachärztlichen Versorgung.

Quelle: Presse - SpiFa e.V.

 

© Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V.

Impressum

Datenschutz

Kontakt

Bildnachweise

Wir setzen eine cookiefreie Webanalyse (Matomo) ein. Informationen und eine
Widerspruchsmöglichkeit finden Sie hier.